
TARAB TULKU RINPOCHE XI (22.12.1934 - 23.9.2004)
Tarab Tulku Rinpoche galt als die elfte Inkarnation des tibetischen Lamas Tarab.
Er erwarb an der Klosteruniversität Drepung den höchsten akademischen Grad, den Lharampa Geshe / Doktor der Philosophie. Nach seiner Flucht vor der chinesischen Besatzungsarmee lebte und wirkte er mehr als dreißig Jahre im Westen. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2000 war Rinpoche Dozent an der Universität Kopenhagen sowie Leiter der tibetischen Abteilung der Königlichen Bibliothek.
In den siebziger Jahren stand Tarab Tulku in Verbindung mit Stanislaw Grof und der Gesellschaft für transpersonale Psychologie, was ihn u. a. nach Esalen / Kalifornien und Südamerika führte. Seitdem hielt er Vorträge und Workshops überall in der Welt. Tarab Tulku war zeitweilig auch im Vorstand der International Transpersonal Psychological Association tätig.

Auf der Grundlage seiner tiefen Erfahrungen mit der Praxis des tibetischen Buddhismus sowie seines Verständnisses für die westliche Denkweise entwickelte er eine philosophische und psychologische Lehre zur Vermittlung Tibetischer Psychologie, Psychotherapie und Selbstentwicklung , die unter der Bezeichnung U. D. - Tendrel (Unity in Duality / Einheit in der Dualität) gelehrt und trainiert wird.
Tarab Tulku sagte dazu: "Ich habe es für wichtig erachtet, aus der ungeheuer umfangreichen buddhistischen Literatur die Aspekte der Psychologie und Psychotherapie herauszukristallisieren, denn gerade diese sind meines Erachtens sehr nützlich für westliche Menschen. Um mit diesen Aspekten des tibetischen Buddhismus zu arbeiten, brauchen wir die religiöse Seite nicht, denn hier geht es um die Analyse der Natur des Menschen, der Natur des Geistes, um das Verständnis, wie Körper und Geist in Harmonie miteinander kommen ..."
Bekannt wurde Rinpoche u. a. wegen seiner Fähigkeiten in luzidem Träumen (Wachtraum - Yoga). Die Vermittlung seines Weges des luziden Traums ist nicht vergleichbar mit den Werken westlicher Psychologen (Paul Tholey, Stephen LaBerge), welche eine Stärkung des Selbst anstreben. Rinpoche sah die Stärkung nur als ersten Schritt, seine Lehre ging darüber hinaus und zielte, in Anlehnung an alte tibetische Methoden, darauf hin, den Klartraum zur Transformation des Selbst zu nutzen.
Rinpoche regte zum Zweck der Vermittlung seiner Lehre und Organisation von Trainingsveranstaltungen die Gründung von (gemeinnützigen) Tarab-Institute in Wien, Budapest, München, Kopenhagen, Helsinki, Stockholm, Brüssel, Amsterdam und Paris an.
Ausserdem wurde 2000 der Grundstein für das Tarab Ling Institute in Indien gelegt, welches sowohl Tibetern als auch westlichen Studenten offen stehen soll.
Ab Mitte der 90er Jahre etablierte Tarab Tulku ein 3 - 4 jähriges Fortbildungsprogramm, das inzwischen in Brüssel, München, Stockholm und in Paris angeboten wurde und demnächst in Indien stattfinden wird. Dabei stehen die ersten 3 Jahre allen Interessierten offen, während das 4. Jahr ein spezielles Angebot an psychotherapeutisch Tätige ist. Viele Jahre wurde er dabei von seiner langjährigen Schülerin, der dänischen Psychotherapeutin Lene Handberg unterstützt. Lene wird auf Wunsch von Rinpoche auch die laufenden Fortbildungen weiterführen.
Zur offiziellen (englischsprachigen) Homepage von Tarab Tulku kommt Ihr hier.
A Short Biography of Tarab Rinpoche - by Lene Handberg (in englischer Sprache)
Zum Tod meines Lehrers - Stefan Kelter
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